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American in Paris, An

Deutscher Titel: 
Amerikaner in Paris, Ein


Gene Kelly hat in einem Interview gesagt, Fred Astaire sei die Aristokratie des Tanzens, er selbst aber das Proletariat. Das ist gar nicht so verkehrt, wenn man sich die beiden Tanzstile einmal anschaut. Während Astaire mehr über dem Boden zu schweben scheint, ist Kelly näher am Boden, hat einen tieferen Schwerpunkt. In einer Dokumentation, die auf der DVD Edition von An American in Paris enthalten ist, sagt jemand, dass Kellys Tanzen so aussieht, dass jeder denkt, er könne es auch. So gesehen passt Kellys Aussage ganz gut. Die Dokumentation ist sehr sehenswert, sie macht deutlich, wie innovativ Kelly war und auch, wie viel Einfluss er auf die Filme hatte, dass er z.B. bei den Tanznummern selbst hinter der Kamera war.

An American in Paris erzählt die Geschichte von Jerry Mulligan (Kelly), Ex-GI, der nach dem Krieg in Paris blieb, weil Paris für ihn als Maler der ideale Ort ist. Eines Tages läuft ihm Milo Roberts (Nina Foch) über den Weg, die sich nicht nur für seine Bilder interessiert und beginnt, ihn finanziell zu unterstützen. Doch Jerry hat sich in Lise Bouvier (Leslie Caron) verliebt, die seine Liebe zwar erwidert, doch aus Dankbarkeit Henri Baurel (Georges Guétary) heiraten will. Natürlich gibt es ein Happy End, wie es sich für ein Musical gehört.

Es ist schon beeindruckend, mit welcher Leichtigkeit sich Kelly bewegt. Es sieht wirklich alles so einfach aus, als wenn man selbst auch jederzeit so eine Sohle aufs Parkett legen kann.
Der Film ist ein Paradebeispiel für ein Filmmusical. Wie diese Gesangs- und Tanznummern inszeniert sind, das geht nur im Film. Der Höhepunkt des Films, die Traumsequenz, kann schon fast als Lehrbeispiel für die Erschließung des filmischen Raums durch Kamerabewegung und Schnitt verwendet werden. Überhaupt ist das Musical in dieser Form ein sehr "filmisches" Genre, vieles wird über die Bewegung und den Ausdruck erzählt, d.h. gezeigt, nicht gesagt. Frieda Grafe schrieb, dass das Musical, "trotz Ton [...] mehr dem stummen, gestischen Kino verbunden blieb" (Ins Kino!, siehe den Blogeintrag).
Schade, dass wir heute nicht mehr diese Art von Musical und Film haben. Das ist in meinen Augen ein großer Verlust.

Meine Wertung: 
8
DVD: 

Filmography links and data courtesy of The Internet Movie Database.